Biografie

Geboren 1949 in Salzburg.

1968 bis 1973 Studium an der Universität Mozarteum Salzburg, Abteilung Bühnenbild bei Prof. H.B. Galleè.

Engagements als Bühnenbildner an Theatern in Trier, Winterthur, Kassel, Innsbruck, Neuwied, Pforzheim, Chur, Solothurn, Salzburg, Linz und Zürich, sowie für einige freie Theatergruppen in Österreich und der Schweiz.

1976 tritt Peter Rieder erstmals auch als Maler und Grafiker an die Öffentlichkeit. In Meran wird anlässlich einer Ausstellung für seine Arbeiten der Begriff Surrealismo Fantastico geprägt.

„...Peter Rieder ist wohl dem Surrealismus zuzuordnen, doch setzt er sich deutlich vom Programm der Wiener Schule ab... Wenn wir ihn als surrealistischen Maler empfinden, so mit der Einschränkung oder Präzisierung, dass er einer klassizistischen Tradition und Klarheit verpflichtet ist, denen wir bei französischen Surrealisten und bei De Chirico begegnen. Die Antike Thematik wirkt nicht angelesen oder abgeschaut, sondern als innere Kultur. Obwohl die Bilder nicht theatralisch oder illusionistisch anmuten, ist in ihnen der Bühnenbildner spürbar. Er gibt Requisiten eine magische Bedeutung, und die surrealistischen Architekturelemente sind ja Realitäten seiner beruflichen Welt...“

(Volkmar Hauser, Tiroler Tageszeitung)

Seit 1983 ist Peter Rieder freischaffend als Maler, Grafiker und Bühnenbildner tätig. Von 1986 bis 2001 war Peter Rieder Vorstandsmitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Salzburgs und setzte sich in dieser Zeit massgeblich für den Aufbau eines Kulturaustausches mit Litauen und in der Folge auch mit Lettland, Estland und Finnland ein. Nach seinem berufsbedingten Ausscheiden aus dem Vorstand bleibt er Projektleiter für die Beziehungen zu den baltischen Staaten. Seit 2008 ist Peter Rieder Vizepräsident der der Berufsvereinigung Bildender Künstler Salzburgs, und er ist künstlerischer Leiter der Salzburgisch-Estnischen-Gesellschaft, durch die mehrere der Projekte mit Estland verwirklicht werden konnten.

Seine Ausstellung in der Estnischen Nationalbibliothek 1999 in Tallinn war die erste Präsentation eines zeitgenössischen österreichischen Künstlers in Estland.

Peter Rieder, LhStv. Othmar Raus, Jonas Rudalevičius (Botschafter Litauens), Helēna Demakova (Kulturministerin Lettlands) und Elita Kuzma (Botschafterin Lettlands) bei der Eröffnung der Ausstellung ARS BALTICA 2005
Foto: Regina Rieder

In den Jahren 1982 bis 1989 entstand die Grafikserie „das historische Tagebuch“. Es sind dies Zeichnungen auf vorgefundenen Kalendarien.

„ ... feinst ausformulierte Bleistiftzeichnungen, die als persönliche Umsetzung jener historischen Ereignisse in Bildform gelten können.

Die Vergänglichkeit und Nichtigkeit irdischer Existenz, ausgedrückt in der Symbolik von Skelett und Ziffernblatt der Uhr, verleiten in mehreren der Blätter zu einer symbolisch-surrealistischen Interpretationsweise, welche auch im Nebeneinander perspektivischer Verschränkung entsprechende Verstärkung erfahren kann.

... Besonders die fragil wirkenden Bleistiftzeichnungen können überzeugen in der Herausarbeitung feinster struktureller Abstufungen und in der Beherrschung perspektivischer Gesetzlichkeiten.“

(W. Macherhammer, Salzburger Nachrichten)

Mai 1085. Aus dem Historischen Tagebuch

Ganz anders arbeitet Rieder in den grossformatigen Frottagen und Zeichnungen der Serie „Venexia morente“, einem gemeinsamen Projekt mit den Fotografen Regina Rieder und Arunas Baltenas, das in der litauischen Hauptstadt Vilnius 2002 erstmals präsentiert wurde.

„ ... P. Rieder’s big format drawings on a thin paper resembling the linen sheets that moves because of any insignificant move in the air, perfectly illustrate the vision of the past in the future. The author chooses Venice describing fragments – gondolas, brightening silhouette of the distant city behind the water channels, column with the winged lion on the top, fragments of the décor of the Dodge palace lacework architecture, the figure muffled up in a long cloak and wearing a carnival mask, or the portrait of the Doge - and incorporates them into the background of the text, written in the different shrifts. Characters do not only replace ornament here. When you start reading the words melting in the common view, you understand that ostensible décor of the clothes or wallpaper is an epitaph dedicated to the people, who lived here years ago and who, like in photographs described above, does not appear in the most pictures of P. Rieder. Here again no space for alive people.

Water, that gradually takes with him the buildings, rises step by step and threatens to convert the city into the ghost of memories, narrow, threatening small streets and floating gondolas, rolled by the people that write invisible farewell words to the plenty visited and at the same time neglected place, engraved by channels, which became a history already today. In the works of the artists, the place is shown as the one living its own life, which seems independent from the people, who created it many years ago. Photographs and the drawings open up the spirit flying in Venice, which is full not only of the carnival fury, pigeon crowds and looking around visitors, who melts into the details of the architectural monuments. The spirit pulls out the strangers, elements that could be described by the definition of the current status that could infringe the halo of eternity, which covers the city. So and the exhibited artworks first of all reflects the monuments of the past, their fragments are related to the current status only so far as it exists here and now. However, the future of the sinking city depends only upon the time, which slowly engraves the words of the one more epitaph – just not in the stone, but the waves of the water.”

(Živilė Ambrasaitė in: 7 meno dienos)

Thomas Kurz beschreibt die Arbeiten Peter Rieders im Pforzheimer Kurier folgendermaßen:

„...Peter Rieder stellt die sichtbare Wirklichkeit in Frage, stößt die Gesetze der selbst erlebbaren Wirklichkeit um. Er gelangt zu einer besonderen, aus dem Unterbewussten herbeigeführten Logik. In manchen Arbeiten versteht es der Bühnenbildner, den Blick hinter den Dingen freizumachen.

Peter Rieder ist auch Kurator zahlreicher Ausstellungen. Besonders zu erwähnen ist hier die „ARS BALTICA“. In dieser Ausstellung sind im Frühjahr 2005 namhafte Künstler aus Litauen, Lettland sowie Estland in der Berchtoldvilla in Salzburg präsentiert worden sind. Im September 2008 fand anlässlich der 90-jahr-Feiern zur Unabhängigkeit der Baltischen Staaten die ARS BALTICA 08, in der Berchtoldvilla statt. Diesmal unter der Teilnahme von Künstlern auch aus Finnland.

Peter Rieder im Gespräch mit der estnischen Parlamentspräsidentin Ene Erma bei der Eröffnung der Ausstellung ’Kunstszene Salzburg’ in Tallinn 2008
Foto: Regina Rieder

Ausstellungen

Eine Auflistung aller Ausstellungen von Peter Rieder finden Sie hier.